Schaut mich nicht so an, Ihr habt auch mal angefangen !!! Hallo, mein Name ist Justin Brian, ich bin am 13. Januar 2000 geboren.

 

Ich habe Dysmelie, d.h. an meinem linken Arm fehlt ein Teil des Unterarmes und eine Hand habe ich auch nicht. Lediglich ganz kleine Fingeransätzchen.

Da meine Eltern trotz Vorsorgeuntersuchungen nichts von meinem Handicap wussten, waren Sie zunächst geschockt.

Jetzt aber bin ich 5 Jahre alt und sie wissen, dass ich meinen Weg gehen werde.

 

Die anfänglichen Gedanken, wie es mir im Kindi ergehen wird, ob mich die anderen Kinder hänseln werden oder so aufnehmen wie ich bin, diese Fragen können wir inzwischen beantworten:

Ich gehe total gerne in den Kindi, denn dort habe ich eine Menge Freunde und ich bin im Kindergarten voll integriert.

Es gab vom ersten Tag an keine Probleme, die Jungs und Mädchen haben mich so akzeptiert wie ich bin - Justin mit einer großen und einer kleinen Hand !

 

Auch die Erzieherinnen sind erstaunt und noch oft überrascht wie wenig Hilfe ich brauche, denn es ist genauso viel und genauso wenig wie meine gleichaltrigen Freunde.

Meinen Hosenknopf kann ich zumachen, gut: manche gehen echt schwer und dann benötige ich schon mal Hilfe, aber hey ich bin 5 !!!

Auch den Reißverschluss an der Jacke mach ich selber zu- und Schnürsenkelbinden werde ich wohl bald lernen.

 

Aber nun mal zu mir und meiner Familie und der Weg, den wir jetzt schon 5 Jahre gegangen sind:

Mein großer Bruder ist 2 Jahre und 2 Monate älter als ich und ein guter Streitpartner, mit dem übe ich ab und zu Judo, denn dort gehe ich seit drei Jahren in die Bambinigruppe.

Ich habe dort die Rolle vorwärts und rückwärts gelernt, denn meine Eltern sind der Meinung daß richtig Fallenlernen  wichtig ist, da ich ja nur eine wirkliche „Stützhand“ habe....aber mir macht es eine Menge Spaß und das ist ja das Allerwichtigste,! Dort bin ich übrigens auch ganz „normal“.

Nach der Geburt sind meine Eltern ziemlich früh zur Uniklinik Heidelberg gefahren und wollten ganz viele Infos. Doch es war nicht so wie sie sich das vorgestellt hatten, denn bei der Menge der Patienten ist man nur eine Nummer und hat letzlich einen Tagesausflug für 5 Minuten Gespräch gemacht. Ich war seitdem nicht mehr dort.

 

Als ich übers Krabbeln zum freien Sitzen kam, waren meine Eltern mit mir bei mehreren Orthopädietechnikern, da nicht klar war, wie denn nun die Prothesenversorgung für mich aussehen soll.

Nach den Gesprächen haben sich meine Eltern gegen eine Patschhand entschieden und dies bis heute nicht bereut. Mir fehlte es sowieso an nichts, denn im Klettern bin ich Klasse.

 

Seit fast 2 Jahren habe ich meine Myoelektrische Prothese, die ich gerne zum Basteln benutze, aber auch Flaschenöffnen und sonstige alltäglichen Dinge gehen damit gut; ich komme aber auch ohne super klar.

Damit ich lerne, die Prothese richtig einzusetzen, war ich bei einer Ergotherapeutin. Dort fand ich es auch immer gut, jetzt allerdings machen wir eine Weile Pause.

Im Kindi habe ich eine heilpädagogische Integrationshilfe, die ich gern habe und die mich auch beim Umgang mit der Prothese unterstützt.

Ich bin seit gut 3 Wochen im Schwimmverein und hoffe, dass ich bald schwimmen kann. 

So jetzt habt ihr gesehen, dass man mit einer kleinen Hand genauso aktiv und anerkannt sein kann, wie mit 2 großen Händen.

 

Für mehr Infos oder Details:

sur.schaefer@t-online.de

 

© Justin Schäfer mit Mama und Papa

 

 

ICH LIEBE DAS LEBEN !!!!!!!